Chemischer Pflanzenschutz im Wandel

Seit ├╝ber 50 Jahren werden chemische Mittel zum Schutz von Baumschulpflanzen eingesetzt. Dadurch konnte die Qualit├Ąt der Pflanzen erh├Âht, der Kulturerfolg verbessert und m├╝hsame Handarbeit verringert werden. In der Vergangenheit wurden vor allem Mittel mit einem breiten Wirkungsspektrum eingesetzt. Diese Situation hat sich inzwischen stark ge├Ąndert. Die Hersteller haben eine gro├če Zahl von Pflanzenschutzmitteln entwickelt, welche jeweils nur auf bestimmte Sch├Ądlinge, Krankheitserreger oder Unkr├Ąuter wirken. Der Einsatz von solchen selektiv wirkenden Pflanzenschutzmitteln ist gegen├╝ber dem Einsatz breitwirksamer Mittel ein bedeutender Schritt f├╝r mehr Umweltschutz, da der ├╝berwiegende Teil der anderen Organismen, z.B. auch der N├╝tzlinge, von ihnen geschont werden.

Strenge Zulassungsbestimmungen f├╝r Pflanzenschutzmittel

In Deutschland d├╝rfen nur solche Pflanzenschutzmittel vertrieben und eingesetzt werden, die bei sachgerechter Anwendung keine sch├Ądlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt haben. F├╝r ein neues Pflanzenschutzmittel m├╝ssen diese Eigenschaften durch umfangreiche und mehrj├Ąhrige Testserien von dem Hersteller nachgewiesen werden. Als Zulassungs- und Genehmigungsbeh├Ârde ist das Bundesamt f├╝r Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zust├Ąndig. Dabei arbeitet es zusammen mit dem Julius K├╝hn-Institut (JKI), dem Bundesinstitut f├╝r Risikobewertung (BfR) und dem Umweltbundesamt.Alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel werden mit Auflagen versehen, unter anderem ├╝ber Anwendungsmenge und -zeitpunkt sowie gegebenenfalls zum Schutz der Anwender, der Verbraucher, der Bienen und/oder der Gew├Ąsser. Die Kenntnis dieser Auflagen ist Gegenstand der g├Ąrtnerischen Berufsausbildung und des Pflanzenschutz-Sachkunde-Nachweises. Wer Pflanzenschutzmittel im Gartenbau ausbringt, muss im Besitz einer fachlichen Ausbildung oder eines Pflanzenschutz-Sachkunde-Nachweises sein.