Anbauflächen und Produktionsschwerpunkte

Anbauflächen und Produktionsschwerpunkte

Gemäß Baumschulerhebung 2008 werden in Schleswig-Holstein auf einer Fläche von 4.143 Hektar Gehölze für den weltweiten Handel produziert. Das sind fast ein Fünftel bzw. knapp 20 Prozent der gesamtdeutschen Baumschul-Anbaufläche. Schleswig- Holstein (Kreis Pinneberg) ist neben Niedersachen (Landkreis Ammerland) und Nordrhein- Westfalen eines der drei wichtigsten Anbaugebiete für Baumschulpflanzen in Deutschland.

Allein 73 Prozent oder 292 der schleswig-holsteinischen Baumschulbetriebe mit 85 Prozent der Baumschulfläche (3522 ha) entfallen dabei auf den Kreis Pinneberg.

Anbauflächen und Produktionsschwerpunkte

Seit der vorhergehenden Baumschulerhebung 2004 nahm mit der fortschreitenden Konzentration der Pflanzenproduktion die Zahl der Betriebe Schleswig-Holsteins zwar um neun Prozent ab, die von Baumschulen bewirtschaftete Fläche verringerte sich in diesen vier Jahren dagegen lediglich um fünf Prozent. Damit zeigt sich in der Tendenz, dass die verbliebenen Betriebe ihre Anbauflächen ausweiten. Die mittlere Betriebsgröße nimmt zu.

Die Bedeutung der einzelnen Anbaugebiete erschließt sich im Wesentlichen über die jeweiligen Produktionsschwerpunkte. In Schleswig-Holstein ist der Produktionsschwerpunkt mit fast 50 Prozent der Anbau von Ziergehölzen, darunter Allee- und Straßenbäume, Bodendecker, Rhododendren und sonstige Moorbeetpflanzen, Schling- und Kletterpflanzen, Formgehölze sowie sonstige Nadel- und Laubgehölze.

Anbauflächen und Produktionsschwerpunkte

Bezogen auf die gesamtdeutsche Gehölzproduktion liegen beispielsweise über 50 Prozent der Anbauflächen von Rosen (Unterlagen und Veredelungen) sowie über 30 Prozent der Anzuchtflächen für Forstgehölze Deutschlands in Schleswig-Holstein (bei einem Anteil von knapp 20 Prozent der gesamten Baumschulfläche Deutschlands).

Dieser Sachverhalt wird noch deutlicher, wenn man die prozentuale Verteilung der gesamtdeutschen Baumschulflächen nach Nutzungsarten (Stand 2008) betrachtet und sich anschließend vergegenwärtigt, wie hoch jeweils der prozentuale Anteil der schleswig- holsteinischen Anbauflächen an der entsprechenden Gesamtanbaufläche in Deutschland nach Nutzungsarten ist.

Anbauflächen und Produktionsschwerpunkte

Auf nur einem Fünftel der gesamtdeutschen Anbaufläche für Baumschulgehölze werden einige Gehölze überproportional in den Schleswig-Holsteiner Baumschulen produziert. Betrachtet man die Nutzungsarten „Zier- und sonstige Gehölze“ differenzierter, so lässt sich z. B. ein Schwerpunkt die Alleebaum-Produktion im Freiland und Container mit 581 Hektar Anbaufläche sowie Zier- und Heckengehölze feststellen. In der Grafik 6 wird die Verteilung der Anbauflächen innerhalb der Ziergehölzproduktion deutlich. 

Anbauflächen und Produktionsschwerpunkte

Wie viele andere Wirtschaftsbereiche unterliegt auch die Baumschulwirtschaft einem Strukturwandel. Laut Angaben des Statistikamtes Nord nahm die Baumschulfläche in den Jahren 2004 bis 2008 geringfügig um nur 4,5 Prozent ab, die Zahl der Baumschulbetriebe dagegen um fast 10 Prozent. Dies zeigt, dass tendenziell eher kleinere Betriebe aufgeben, während größere Betriebe weiterhin wachsen.


Im Rahmen des Wandels der Marktbedürfnisse und der betrieblichen Rationalisierung verändern sich im Laufe der Zeit die Anbautechniken und Produktionsverfahren. Ein Beispiel hierfür ist die Zunahme der Kultivierung von Gehölzen im Container von der Jungpflanze bis zum Straßenbaum. Die Erweiterung von Containerflächen oder die Umstellung der Produktionsflächen von Freiland auf Containerflächen entspricht dem heutigen Strukturwandel und ist verbreitete betriebliche Praxis. Damit steigt die Flächenproduktivität im Vergleich zur Anzucht von bodengebundenen Kulturen.