Holsteiner Baumschulgemeinden und die „Wiege des Waldes“

Für viele Gemeinden im Kreis Pinneberg wurde die Baumschulwirtschaft so prägend, dass man bis heute von den „Baumschulgemeinden“ spricht. Die häufig verwendete Redewendung von der „Wiege des Waldes“ bezog sich ursprünglich aber allein auf die Gemeinde Halstenbek. Demnach soll der Geheimrat und Forstwissenschaftler Dr. Schwappach (Eberswalde/Berlin) anlässlich eines Besuches in Halstenbek ausgerufen haben: „Hier ist ja die Wiege des Waldes". Der authentische Beleg für diese Aussage konnte bisher leider noch nicht gefunden werden… Post aus dem Halstenbeker Rathaus wird jedoch bis heute mit einem Freistempler verschickt: Halstenbek - Wiege des Waldes.

Wiege des Waldes

Die Gemeinde Halstenbek nannte sich seit 1926 zudem auch auf dem Poststempel: Halstenbek Holstein - Größtes Forstpflanzenanzuchtgebiet der Welt. Tatsächlich beschränkten sich die Halstenbeker Pioniere der Baumschulwirtschaft zunächst auf die Vermehrung der hauptsächlichen deutschen Waldbäume. Im Rückblick erstaunlich sind die meist bescheidenen Anfänge der einzelnen Betriebe auf bis zu fünf Hektar Land. Denn schon bald finden sich im Pinneberger Baumschulland riesige Gehölz- Anbauflächen und auch herrschaftliche Villen als Firmensitze…

Eine eingehende Darstellung dieser Entwicklung findet sich in der „Chronik der Baumschulen – Schleswig-Holstein“ herausgegeben vom Landesverband Schleswig Holstein 1994.  Für besonders schöne Eindrücke vom historischen Wirken der Baumschulwirtschaft in Schleswig-Holstein empfehlen wir Ihnen auch die Gartenroute: "Von Baumschulbaronen und Pflanzenjägern".

Wiege des Waldes