01.02.2013

Schleswig-Holsteins Baumschulen setzen 2013 auf Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und regionale Vernetzung

Axel Huckfeldt zog vor Mitgliedern sowie Gästen aus Politik und Verwaltung Bilanz für das Jahr 2012 und ging optimistisch ins neue Geschäftsjahr 2013.

Ellerhoop, 31. Januar 2013: Nach seinem ersten Amtsjahr als Vorsitzender des Landesverbandes Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. rekapitulierte Axel Huckfeldt (45) den Jahresverlauf der Verbandsarbeit auf der Mitgliederversammlung am 31.01.2013 im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (Ellerhoop) und zog damit Bilanz für das Jahr 2012, das ganz im Zeichen der Vorbereitung des Leitprojektes „Lebendige Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland“ stand.

„Wir wollen für alle Menschen im Norden sichtbar werden – und das in vielerlei Hinsicht“, so Huckfeldt vor circa 160 anwesenden Mitgliedern und Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, darunter die agrarpolitischen Sprecher der Fraktionen des Landtags Schleswig-Holsteins. Im Mittelpunkt der Verbandsarbeit stand vor allem die Planung der ab 26. April 2013 bevorstehenden Ausstellungsbeteiligung Kulturlandschaft „Pinneberger Baumschulland“ auf der internationalen gartenschau (igs 2013) in Hamburg-Wilhelmsburg. Dort würde sichtbar wie Baumschule funktioniert, wie Gehölze produziert werden und welchen Wert sie für unsere Gesellschaft haben.

Dazu führte das Projekt-Regionalmanagement Martina Schneekloth und Dr. Heike Meyer-Schoppa eindrucksvoll vor, wie nicht nur die Pflanzung auf der Gartenschaufläche, sondern auch das Netz aus Akteuren und Unterstützern ständig wächst. Spannende „Nebenschauplätze“ erwarte die Besucher, wie unter anderem: Eine Baummenschen-Kunstaktion, die in Kooperation mit der S-Bahn Hamburg dazu aufruft „Komm mit mir ins Baumschulland!“ oder das Filmprojekt „Ich zeig dir, wo ich wohne...“ mit Schülern des 8. Jahrgangs der Caspar-Voght-Schule Rellingen wird aus der Perspektive Jugendlicher zeigen, was ihnen Kulturlandschaft Baumschulland heute bedeutet. Es wurde deutlich, dass der bisherige Planungsprozess ein unerwartet hohes Maß an Unterstützung unterschiedlichster Akteure hervor- und zusammengebracht hat. Unter dem Stichwort „nachhaltige Kultur- und Umweltbildung“ zeige sich das eigentliche Potenzial dieser besonderen Kulturlandschaft.

Huckfeldt griff den Vortrag auf und sagte: „Die Idee der Metropolregion Hamburg, nachhaltige Verbindungen innerhalb der Kulturlandschaften zu schaffen, ist schon jetzt mit dem entstandenen Netzwerk aufgegangen. Wir streben für 2013 daher die Gründung eines gemeinnützigen Trägervereins an, um die Förderung von Gartenkultur, Naherholung und Tourismus im Kreis Pinneberg voranzutreiben.“ Damit bat er die anwesenden Gäste um Ihre Unterstützung. Es sei notwendig die Wahrnehmung auf die Bedeutung des 200jährigen Baumschulgebietes, im und um den Kreis Pinneberg mit rund 300 Baumschulen, sowie auf den Wert von Gehölzen immer wieder aufs Neue zu lenken, um damit im öffentlichen Bewusstsein der Bevölkerung zu bleiben. Mit der Fertigstellung eines Imagefilmes über das schleswig-holsteinische Baumschulgebiet, der im Rahmen der Veranstaltung erstmals öffentlich präsentiert wurde, geht der Landesverband nun neue Wege in seiner Öffentlichkeitsarbeit (vgl. www.pinneberger-baumschulland.de ).

„Die Möglichkeit, sowohl auf der igs als auch in der Region eine so umfassende und vielseitige Öffentlichkeitsarbeit betreiben zu können, ist für den Landesverband einmalig und stellt bisheriges in den Schatten“, stellte Huckfeldt fest. Ein Eckpfeiler in diesem Reigen ist der diesjährige 3. Norddeutsche Baumschultag am 18. Juni 2013, der ebenfalls auf dem Gartenschaugelände stattfinde. Zusammen mit dem Hamburger Landesverband werden Gäste aus Politik und Verwaltung über den Mehrwert von Grün, besonders für den städtischen Raum informiert und dem Baumschulslogan „Grün ist Leben - Baumschulen schaffen Leben“ wieder mehr Nachdruck verliehen.

Mit dem Marktlagebericht für 2012 stellte Huckfeldt eine gute Nachfrage nach Gehölzen im Absatz an den Gartenfacheinzelhandel sowie den Garten- und Landschaftsbau fest. Der Absatz an die öffentliche Hand (v.a. Kommunen) verlief dagegen zögerlich, da große Begrünungsobjekte in Deutschland fehlten. Erfreulich und wichtig für das Holsteiner Anbaugebiet die guten Exportabsätze nach Skandinavien, Ost-Europa und Russland, Österreich und die Schweiz, mäßig dagegen nach Frankreich. Die Preise blieben 2012 noch stabil, jedoch müsse in 2013 für einige Gehölzgruppen mit höheren Kosten gerechnet werden, was den strengen Wintertagen im Februar 2012 geschuldet war. Frostschäden, Wachstumsverluste oder Totalverlust auch in Privatgärten und der freien Landschaft beflügelte jedoch die Nachfrage besonders im später Frühjahr bzw. Sommer.

Die Enderbraucher griffen im letzten Jahr vermehrt zu Edelrosen, Zwerg- und Säulenobst, Stauden sowie den besseren Heckengehölzen wie Hainbuche. Verstärkt wird die Produktion von Gehölzen in Töpfen aufgrund der Absatzverschiebung bis in die Spätsommermonate. Mit 50 Prozent ist das Frühjahr noch immer die umsatzstärkste Zeit in den Baumschulen. Sommer und Herbst teilen sich zu je einem Viertel die Umsatzlage. Die Aussichten für das kommende Frühjahrsgeschäft sind gut.

Zum zweiten Mal in der Geschichte des Landesverbandes konnte der „Günther-Schmidt-Preis“ vergeben werden. Den „Günther-Schmidt-Preis“ erlangen Menschen, die sich in besonderer Weise um den Erhalt von Kultur und Geschichte der Baumschulwirtschaft in Schleswig-Holstein und Deutschland verdient gemacht haben. Huckfeldt überreichte Klaus Fliegel, Rellingen, den mit 1000 Euro dotierten „Günther-Schmidt Preis“. Fliegel ist Vorsitzender des Fördervereins Deutsches Baumschulmuseum seit der Gründung 2001 und ist seit vielen Jahren ehrenamtlich für das Museum tätig. Fliegel erinnerte in seiner Dankesrede an den Namensgeber des Preises und großen Förderer des Deutschen Baumschulmuseums Günther-Schmidt, der unter anderem zu den Wiedergründern des BdB gehörte und sich als Baumschulinhaber über Jahrzehnte für die Bewahrung des Baumschulwesens als Kulturgut engagiert hat.

Aus gesundheitlichen Gründen musste die Ehrung mit der „Goldener Ehrennadel“ kurzfristig verschoben werden.

Hauptvortrag: „Gartenbaupolitische Rahmenbedingungen in Deutschland – Chancen und Risiken für die Grüne Branche“

Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), stellte in seinem Grußwort die markanten Punkte seiner zukünftigen Arbeit für den Gartenbau vor und betonte die ge-meinsamen Ziele, für die ein Sparten übergreifender Schulterschluss notwendig sei. Für die Branche, so Mertz, sei der Fachkräfte-Nachwuchs eines der dringlichsten Themen. Daher setze der ZVG mit Hochdruck die kürzlich beschlossene Kampagne um, die zudem die Wiedererkennungsmarke „Gärtner“ über alle Sparten hinweg schaffen werde.

Mertz ging auf die Herausforderungen in der neuen Sozialversicherung ein. Was die Errich-tung des Bundesträgers für die landwirtschaftliche Sozialversicherung beträfe, so habe der Berufsstand viel erreicht. Nun gelte es, vernünftige Konditionen für die Gartenbau-Unternehmen auszuhandeln und zu fixieren.

Präsident Mertz rief zu gemeinsamen Anstrengungen der landwirtschaftlichen Verbände im europäischen Pflanzenschutzrecht auf. Der ZVG habe mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) den Antrag zum Verbundprojekt Lückenindikation auf den Weg gebracht. Hier müssten sich alle betroffenen Gartenbausparten, auch der BdB, engagieren.

„Gesicht zeigen in Brüssel“ war ein weiterer Schwerpunkt in Mertz’ Rede. Hier steige die Dringlichkeit personeller Präsenz. Dem begegne der ZVG mit der Neubesetzung der haupt-amtlichen Stelle sowie entsprechendem ehrenamtlichen Engagement. Die meisten gartenbaupolitischen Entscheidungen fielen lt. Präsident Mertz in Brüssel. Die Lobbyarbeit muss dorthin ausgerichtet sein. Dies gelte insbesondere für den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Blumen und Pflanzen. In Bezug auf ein „Grünes Dach“ der deutschen Gartenbauverbände streckte Mertz die Hände zur konstruktiven Zusammenarbeit mit dem ZVG aus.

Die Mitgliederversammlung des BdB Landesverbandes wurde durch die Sparkasse Südholstein gesponsert.

Fotos: BdB LV SH/ Wienert

Bild Gäste: Große öffentliche Wahrnehmung erfuhr der BdB-Landesverband Schleswig-Holstein im Rahmen seiner Mitgliederversammlung 2013 und mit Jürgen Mertz, als Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) Deutschlands „obersten Gärtner“ begrüßen. Dr. Frank Schoppa (GF), Axel Huckfeldt (Vorsitzender) beide BdB LV SH, Jürgen Mertz, sowie Andreas Lohff, Präsident im Gartenbauverband Nord (GVN) e.V.. (v.l.n.r.)

 Bild Sitzung: Axel Huckfeldt zog vor Mitgliedern sowie Gästen aus Politik und Verwaltung Bilanz für das Jahr 2012 und ging mit optimistisch ins neue Geschäftsjahr 2013.

Bild Ehrung: Klaus Fliegel, Vorsitzender des Fördervereins Deutsches Baumschulmuseum, erhielt vom Landesverband für seine außerordentlichen Dienste den „Günther-Schmidt-Preis“. Der Preis steht für den Erhalt von Kultur und Geschichte der Baumschulwirtschaft in Schleswig-Holstein.

Bild Regionalmanagement: Zum Dank gab es Blumen für ihre bisher geleistete Arbeit als Regionalmanagement für die Präsentation der Kulturlandschaft „Pinneberger Baumschulland“ auf der igs 2013, Martina Schneekloth (li) und Dr. Heike Meyer-Schoppa (re) vom Landesverbandsvorsitzenden Axel Huckfeldt.

Bild Heller: Klaus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, sprach die Grußworte als "Hausherr" des Gartenbauzentrums.

Bild Mertz: Als Gastredner sprach Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) e.V., über die gartenpolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland - Chancen und Risiken für die grüne Branche.

 

 

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